Pretzfeld - Hier ist gut Kirschen essen..

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ZUM REISEFÜHRER PRETZFELD

Hier ist gut Kirschen essen

Als Ausgangspunkt zu Radtouren und Wanderungen im wunderschönen Trubachtal ist Pretzfeld dank seiner Lage ideal.

Das Tor zum Trubachtal ist die Marktgemeinde Pretzfeld. Auf einer Länge von rund 25 km befinden sich hier über zehn Burgruinen sowie zahlreiche Mühlen. Vor allem in den vom Fremdenverkehr kaum berührten Seitentälern findet man ideale Wandermöglichkeiten.


Pretzfeld ist ein historisch bedeutender Ort im Machtbereich der ehemaligen Fürstbischöfe von Bamberg und den Hohenzoller’schen Markgrafen. Eine schlichte Mauer zieht sich direkt an der Dorfstraße entlang und umgibt das Schlossgebäude und teilweise den großen Park mit altem Baumbestand. Aus dem Pretzfelder Schloss (die erste Urkunde stammt aus dem Jahr 1145), das im Laufe der Geschichte immer wieder den Besitzer und damit die Konfession wechselte, wurde 1943 ein Forschungslabor, als sich der weltbekannte Physiker Walter Schottky, ein Pionier der Rundfunktechnik, im Pretzfelder Schloss niederließ. Der bedeutende Wissenschaftler wohnte bis zu seinem Tod am 4. März 1976 in Pretzfeld. Im Schloss erleben Sie die ständige Gemäldeausstellung des neoimpressionistischen Malers Curt Herrmann. Das Juwel unserer Gemeinde ist die Pfarrkirche St. Kilian, erbaut Mitte des 18. Jahrhunderts von Johann Jakob Michael Küchel unter dem Einfluss von Balthasar Neumann. Prächtige Barockelemente machen sie zu einer der schönsten barocken Landkirchen Frankens. Die Weihe dieser Pfarrkirche feiert der Markt Pretzfeld, der wie sein Name schon sagt, ein Marktrecht besitzt, jedes Jahr mit der Kiliani-Kirchweih am Patronatsfest mit einem Kunsthandwerkermarkt und Bewirtung rund um die Pfarrkirche St. Kilian.


In Pretzfeld bestand bis 1875 eine jüdische Gemeinde. Ihre Entstehung geht bis in das Mittelalter zurück. Noch heute erinnern die bauliche Struktur der kleinräumigen Häuser am Ortsausgang und die „Judengasse“ daran. Über 200 Jahre lang war die Pretzfelder Synagoge Mittelpunkt des jüdischen Gemeindelebens. Nach der Auflösung der jüdischen Gemeinde wurde das Grundstück mit der Synagoge und der Schule verkauft. Die ehemalige Synagoge wurde abgebrochen, das angebaute Schulhaus in eine Scheune verwandelt. Der ehemalige Friedhof oberhalb des Ortes und eine 1997 renovierte rituelle Badestätte (Mikwe) aus dem 15. Jahrhundert auf einem Privatanwesen blieben erhalten.


Zu den weiteren Sehenswürdigkeiten gehört die wuchtige St. Matthäus-Kirche von Hetzelsdorf, dem sog. „Jura-Dom von Hetzelsdorf“, eine echte Überraschung in dörflicher Umgebung. Im Jahr 1007 hat Heinrich II. Hetzelsdorf dem neu gegründeten  Bistum Bamberg geschenkt.


Landschaftsprägend in wärmebegünstigter Klimalage über durchlässigen, nährstoffreichen Böden bei etwa 280 - 500 m Meereshöhe erstreckt sich um den Markt Pretzfeld eines der größten geschlossenen Süßkirschenanbaugebiete Westeuropas, das größte in Deutschland. Zur Hauptblütezeit von Mitte April bis Anfang Mai leuchten blendend schneeweiß über 200.000 Süßkirschenbäume auf insgesamt 1.700 ha Kirschgärten. Wie wäre es also mit einer Blütenwanderung auf einer Länge von ca. 13 Kilometern, von Pretzfeld über Hagenbach und Hetzelsdorf bis Leutenbach, um übers Walberla nach Wiesenthau zu kommen? Oder wie wäre es mit einem Besuch des Pretzfelder Kirschenfestes im Juli?

 


Ortsteile:

Hagenbach

In der weiten Talaue des Trubachtales liegt das Dörflein Hagenbach, zur zwei Kilometer von Pretzfeld entfernt. Zentrum des Ortes ist das Schloss, das von einer gut erhaltenen Mauer umgeben wird. Der Ursprung der Anlage reicht bis ins Jahr 1400 n. Chr. auf die Familie Schütz von Hagenbach. Einst gab es in Hagenbach eine jüdische Gemeinde. Letztes Relikt dieser ist der am westlichen Ortsrand gelegene Judenfriedhof.


Hetzelsdorf

Der kleine Ort liegt an der Verbindungsstraße zwischen Pretzfeld und Hundshaupten. Hetzelsdorf selbst hat eine reiche Vergangenheit. 1007 zum ersten Mal unter den Namen „Hezilsdorf“ erwähnt, gehörte es im 11. Jahrhundert zum Königshof Forchheim. Im Mittelalter war das Dorf Sitz eines ritterlichen Dienstmannengeschlechts. Die überdimensionierte Kirche am abschüssigen Gelände wurde erst 1901 im neugotischen Stil errichtet. 1979 drohte sie einzustürzen. Für 1,2 Mill. € wurden 1985 achtunddreißig mächtige, stählerne Zuganker in den Untergrund gerammt.


Wannbach

Wannbach ist ein idealer Ausgangspunkt zum Wandern. Der kleine Ort liegt inmitten von Obstgärten im Trubachtal. Hier endet das idyllische Urspringtal. Bereits 1505 war der Ort Besitz des Bamberger Bistums. Im 16. Jahrhundert gab es ein Wasserschloss, von dem allerdings nichts mehr übrig blieb. Lange Zeit war das Rittergut Wannbach im Besitz derer von Stiebar, ab 1764 kam es an den Pretzfelder Grafen von Seinsheim.


Urspring

Eines der landschaftlich reizvollsten Nebentäler der Trubach ist das Urspringtal. Mit zahlreichen Kopfweiden am Bachrand und steil abfallenden Berghängen ideal zum Wandern. Bei dem aus wenigen Häusern bestehenden Ort Urspring verzeigt sich das Tal in das Alten- und das Thostal. Das Altental wird vom 575 m hohen Rödelfels überragt – ein Eldorado für Kletterer.


Lützelsdorf

Ein besonderes Merkmal von Lützelsdorf ist die landwirtschaftliche Prägung der kleinen Ortschaft. An den Südhängen reifen Süßkirschen auf Buschanlagen. Auf den Anhöhen bietet der Aussichtspunkt Burg Dietrichstein eine wahre Attraktion

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Veröffentlicht am

28.06.2020

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