Nachwuchs bei den Kulanen
Tiergarten der Stadt Nürnberg

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Am heutigen Dienstagmorgen, 26. Mai 2020, wurden die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Tiergartens der Stadt Nürnberg zu Dienstbeginn freudig überrascht. In der Gruppe der Kulane, einer Halbeselart, die mit drei Kamelstuten zusammen auf einer Anlage lebt, entdeckten sie ein in der Nacht geborenes Fohlen. Offensichtlich hatten bis dahin selbst die Trampeltiere die Geburt nicht bemerkt. Die anwesenden Besucherinnen und Besucher konnten den ersten Kontakt gut beobachten. Die achtjährige Kulan-Stute Lea schirmte ihr Fohlen gekonnt gegen die neugierigen Trampeltiere ab. Schon nach wenigen Minuten kehrte wieder Ruhe bei den Tieren ein.
Im Tiergarten Nürnberg gab es seit acht Jahren keinen Nachwuchs mehr bei den Kulanen, um die Zucht wegen Platzmangels im Erhaltungszuchtprogramm einzudämmen. Zu lange darf die Zuchtpause aber nicht sein, um eine eventuelle Unfruchtbarkeit der Stuten zu vermeiden. Am 6. September 2017 kam der einjährige Hengst Igor aus dem Tierpark Kolmården (Schweden) nach Nürnberg. Der junge Hengst musste jedoch erst heranwachsen, bis er nun für Nachwuchs sorgen konnte.
Der Kulan (Equus hemionus) ist eine Unterart des Asiatischen Halbesels. In den letzten 200 Jahren schrumpfte sein Verbreitungsgebiet unter anderem in Kasachstan dramatisch und umfasst heute weniger als drei Prozent der ursprünglichen Größe. Daher steht der Kulan als „stark gefährdet“ auf der Roten Liste der Weltnaturschutzunion (IUCN). Nach dem Ende der Sowjetunion nahm die Bevölkerung in Kasachstan ab und es gibt jetzt wieder viele weiträumige, fast menschenleere Flächen. Gleichzeitig haben sich die Kulan-Bestände in Schutzgebieten wie dem Altyn Emel Nationalpark so gut erholt, dass Tiere von dort in die frei gewordenen Areale umgesiedelt werden können. Der Tiergarten Nürnberg engagiert sich in einem internationalen Projekt für die Wiederansiedlung von Kulanen in dem kasachischen Altyn DalaSchutzgebiet. Hierfür finanzierte der Verein der Tiergartenfreunde Nürnberg e.V. mehrere GPSSender-Halsbänder zur Nachverfolgung der Tiere.
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