Erinnerungstafeln der Opfer des Zweiten Weltkrieges

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Der Kulturkreis ZusKultur hat mit Unterstützung der Marktgemeinde Zusmarshausen die Aufstellung von Erinnerungstafeln an die Opfer während bzw in Folge des 2. Weltkrieges in Zusmarshausen initiiert.


Tafel #1 unterhalb des Schlosses
Vom ehemaligen Schloss der Augsburger Fürstbischöfe gehen wir südlich über den Gemeindeparkplatz die einundachtzig stufige Treppe hinunter zum Fuße des Schlossberges.

In der Zeit vor und nach dem zweiten Weltkrieg endete am Schloss die Bebauung des Marktes in Richtung Süden. Dieser Hang wurde als Müllplatz missbraucht auf dem nach dem Krieg auch illegal Militärwaffen und Kriegsmunition entsorgt wurde.

So kam es hier knapp zweieinhalb Jahre nach Kriegsende zu einem folgenschweren, tragischen Unfall. Es war am 27. Oktober 1947 nachmittags, als drei kleine Buben am Schlossberg mit einer scharfen Panzerabwehrgranate spielten, die jemand hier entsorgt hatte. Mit einem lauten Knall explodierte das Geschoss und riss drei 6 ½ und 4 ½ Jahre alte Buben unvermittelt aus dem Leben.

Diese Tafel wurde 2015 auf Initiative der Zusmarshausener Ortsvereine hier zum Gedenken an Opfer des zweiten Weltkrieges aufgestellt. Mit den drei Stahlträgern rechts neben der Tafel hatte ein Anwohner ebenfalls an das tragische Geschehen der drei Buben aufmerksam gemacht.

Tafel #2 an der westlichen Zusambrücke
Wir befinden uns hier am westlichen Ende von Zusmarshausen an der Zusambrücke.

Gehen wir gedanklich zurück in die letzten Tage des zweiten Weltkrieges und erfahren Sie etwas über die Ereignisse in der Nacht vom 24. auf dem 25. April des

1 Jahres 1945 als die Alliierten, angeführt durch US Panzerverbände, kurz vor Zusmarshausen standen.

Zwei Tage vor dem 24. April traf eine Einheit flämischer SS auf zwei Lastwagen in Zusmarshausen ein und brachte den Ort in größte Gefahr. „Es hieß Augsburg sollte bei Zusmarshausen verteidigt werden.“ Der Volkssturm sollte zur Verteidigung eingesetzt werden und die Zusambrücke sowie der Straßendamm vor und hinter der Brücke waren von SS Pionieren zur Sprengung vorbereitet worden um den Vormarsch der Amerikaner hier zu stoppen. Die Ausführung des Vorhabens konnte eine Katastrophe auslösen.

Eine Gruppe besorgter Bürger machte sich daher in selbiger Nacht daran, die Brückensprengung zu verhindern; ein heikles Vorhaben, denn die Brücke wurde bewacht. Daher griffen die Bürger zu einer List. Um die Soldaten vom Wachdienst abzulenken, wurden sie im Hause Zech mit Bier, Wurst und Brot bewirtet. Der Spenglermeister Karl Gaa aus dem Oberdorf konnte währenddessen unbemerkt die Kabel für die Brückensprengung durchschneiden, nicht aber die für die Sprengung der Straße. Auf dem Heimweg, es war gegen 1.30 Uhr, ereilte ihn dann das Unglück, als eine Artilleriegranate in der Ulmerstraße detonierte. Gaa, der sein Fahrrad schob, wurde durch Granatsplitter so schwer verwundet, dass er kurz darauf verstarb. Vier Kindern verloren so in den letzten Tagen vor Kriegsende auf tragische Weise ihren Vater.

Die SS sprengte am Morgen noch die Straße vor der Brücke und verbot den Zusmarshausener Bürgern das Aushängen der weißen Flagge am Kirchturm.

Am 26. April 1945, nachmittags drangen die Alliierten auch von Norden über die Wertinger Straße in den Markt vor. Der 17-jährige Heinrich Zott, sollte einen Dolmetscher holen, lief achtlos beim Welschen Gässchen über die Straße und wurde dabei von Maschinengewehrkugeln aus einem Sherman Panzer tödlich verletzt.

Kurze Zeit später nahmen US Kampfeinheiten den Markt Zusmarshausen ohne Widerstand ein. Die Tafel erinnert uns an die Opfer des Weltkrieges.

Tafel #3 an der Wertingerstraße
Wir befinden uns hier auf der Hauptstraße, die von der Autobahn nördlich in den Markt Zusmarshausen führt.

Kurz nach Ende des zweiten Weltkrieges, der Markt Zusmarshausen stand unter militärischer Verwaltung der Amerikaner, ereignete sich am 18. Juli 1945 gegenüber des Spitals ein tragischer Unfall.

„Der schwere Anhänger einer amerikanischen Zugmaschine hängte sich auf der abschüssigen Straße ab, rollte seitwärts und überfuhr vier Schnitterinnen, die sich zu Fuß auf dem Heimwege vom Felde befanden.

Franziska Eberhard, Viktoria Bronnhuber, Emma Juska und Edith Rausch starben unmittelbar an der Unfallstelle.“

Die Tafel und der Gedenkstein rechts daneben sollen uns an diese Opfer des zweiten Weltkrieges erinnern.

Sonderausstellung

Das Thema Kuno, geheimes Waldwerk der Messerschmitt Me 262 im Scheppacher Forst, wird mit einer Sonderausstellung im Museum Zusmarshausen, Augsburger Straße 11 und einem Gedenkweg im Scheppacher Forst durch das Gelände des ehemaligen Waldwerkes interessant behandelt.


Textes: Guido Clemens vom Kulturkreis ZuSKultur 

GALERIE

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ÖFFNUNGSZEITEN

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Burg Wolfsberg

Steinekirch

86441 Zusmarshausen

Veröffentlicht am

12.04.2021

Zur Veröffentlichung erhalten von

Markt Zusmarshausen