Neu-Ulm - Die junge Stadt an der Donau

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Das Schönste an Neu-Ulm ist der Blick auf Ulm? Dieser gewagten These folgt ein klares NEIN! Und dies wird bei einem Bummel durch die 60.000-Einwohner-Stadt schnell deutlich. Machen Sie sich auf den Weg und entdecken Sie die Vielfalt der jungen Stadt an der Donau. Vor allem Freunde der aktiven Stadtentdeckung kommen auf ihre Kosten, denn mit der E-Kart-Bahn Ecodrom, der DAV Kletterwelt und dem Donaubad bieten sich hier viele Möglichkeiten. Aber auch Naturgenießer und Musikliebhaber haben hier ihre Freude, denn die Parks und die verschiedenen Konzerte -sei es Open-Air im Sommer oder in der Ratiopharm Arena- laden herzlich ein.
Die Geschichte Neu-Ulms
Napoleon ist schuld
Der Pariser Staatsvertrag schaffte nach den Napoleonischen Kriegen am 28. Februar 1810 die politische Grundlage für die Entstehung von Neu-Ulm. Am 18. Mai 1810 legte der in Compiègne abgeschlossene Vertrag zwischen den Königreichen Bayern und Württemberg die Grenze bei Ulm auf die Mitte der Donau fest.
Amtlich meldete sich 'Ulm auf dem rechten Donauufer' bereits ein Jahr später. Die kleine Gemeinde war zu Beginn eine mehr oder weniger zufällige Ansiedlung von Gärten, Höfen, Wirtshäusern, einem Grenzposten und einer Zollstation sowie dem Dorf Offenhausen. 1814 tauchte erstmals der Name 'Neu-Ulm' in den Akten auf.
Der Bau der Bundesfestung
Die Entstehung der Stadt wurde durch den Beschluss der Frankfurter Bundesversammlung von 1841, in Ulm eine Bundesfestung zu errichten, entscheidend forciert. Neu-Ulm wurde Brückenkopf der 'größten Festungsanlage Europas'. König Ludwig I. setzte durch, dass die Planung für die Festung auf bayerischer Seite genügend Raum für die Anlage einer Stadt bot.
Neu-Ulm wird Garnisionsstadt
1853 erhielt Neu-Ulm die Eisenbahnverbindung nach Augsburg. Wenig später zogen das 12. Infanterieregiment Prinz Arnulf, die Chevauxlegers und die Fußartillerie ein. Neu-Ulm wurde Garnisonsstadt.
Obwohl Neu-Ulm offiziell noch nicht Stadt war, genehmigte die königliche Regierung 1857 ein Stadtwappen. Der silberne Zinnenturm des Wappens ist Symbol für die Festungsanlage. Die Farben schwarz und weiß verweisen auf Ulm, weiß und blau auf die Zugehörigkeit zu Bayern.
Neu-Ulm wird offiziell Stadt
1869 erhob König Ludwig II. Neu-Ulm 'in allergnädigstem Wohlwollen mit Rücksicht auf das rasche Emporblühen und die Bedeutung des Ortes' in die Reihe der Städte des Königreichs Bayern.
Josef Kollmann (1885 - 1919 Bürgermeister Neu-Ulms) trieb die Entwicklung der Stadt entscheidend voran. So wurde u.a. 1897 die Straßenbahnlinie zwischen den Bahnhöfen Ulm und Neu-Ulm eingeweiht.
Eine weitere technische Errungenschaft war die Wasserversorgung. Der Wasserturm, das Wahrzeichen Neu-Ulms, feierte im Juli 2000 seinen hundertsten Geburtstag. 1906 befreite der 'Entfestigungsvertrag' die Stadt von ihrem längst zu eng gewordenen Korsett: Die Festungswälle wurden durchbrochen, die dringend notwendige Stadterweiterung konnte in Angriff genommen werden. Erste Fabriken wurden errichtet.
Neu-Orientierungen nach den Weltkriegen
Nach dem Ersten Weltkrieg wurde die Neu-Ulmer Garnison aufgelöst. Dies bedeutete vor allem für die einseitig auf das Militär ausgerichtete Wirtschaft Neu-Ulms, dass sie sich neu orientieren musste. Nach 1919 erlebte Neu-Ulm eine kontinuierliche Aufwärtsentwicklung der Wirtschaft und ist bei Ausbruch des Zweiten Weltkriegs eine vermögende Stadt. Städtebaulich interessant ist der 1922 - 1926 erfolgte Umbau der katholischen Stadtpfarrkirche durch Dominikus Böhm. Die Kirche St. Johann Baptist ist ein frühes Beispiel moderner Sakralbaukunst.
1945 stand die Stadt nach großen Zerstörungen im II. Weltkrieg vor einem kompletten Neuanfang. Alle Brücken über die Donau waren gesprengt worden. 80 Prozent aller Gebäude waren zerstört. Unzählige Flüchtlinge suchten hier eine neue Heimat. Überlegungen für den völligen Neubau der Stadt wurden wieder fallengelassen. Es fehlten die Mittel und es widerstrebte schwäbischem Geist, sich beim Wiederaufbau nicht an das Gegebene zu halten.
Ersten Wiederaufbauten und Neubauten der 50er Jahre folgte der Bauboom der 60er und 70er Jahre. Neue Wohngebiete wurden erschlossen, das Gewerbegebiet wuchs. Schulen, Spiel- und Sportstätten konnten gebaut, die Umwandlung des Glacis in einen Park konnte begonnen werden. 1980 fand die erste Landesgartenschau statt.
1977 entstanden das Kultur- und Tagungszentrum 'Edwin-Scharff-Haus' und das Edwin Scharff Museum.
In der Zeit zwischen 1951 und 1991 war Neu-Ulm amerikanische Garnison. Im Zuge der Gebietsreform der 70er Jahren vergrößerte sich die Stadt durch die Eingemeindung von neun umliegenden Ortschaften auf die heutige Fläche von 80 qkm.
Große Aufgaben zu Beginn des 21. Jahrhunderts
Neu-Ulm befindet sich in einem dynamischen Prozess des Wandels. Die Sanierung und Verkehrsberuhigung der Innenstadt, die Umwandlung der ehemaligen US-Kasernenareale in Wohn- und Gewerbegebiete geben der Stadt neues Profil. Hinzu kommt die Absenkung der Bahnanlagen im Zuge des Ausbaus der ICE-Schnellbahnstrecke Stuttgart/München.
Die Entscheidung für die bayerische Landesgartenschau im Jahr 2008 fällt auf Neu-Ulm. Die Stadt bekommt so die einmalige Möglichkeit, städtebauliche Großprojekte von Anfang an mit bestehenden und neuen Grünanlagen zu verknüpfen. Ein großes grünes Netz entsteht.
(Quelle: www.neu-ulm.de)
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