Heilkräutergärten

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Fünf Kräutergärten nehmen mit auf die geschichtliche Entwicklung der traditionellen europäischen Pflanzenheilkunde.
Mittelalter: Walahfrid-Strabo-Garten
Walahfrid Strabo (ca. 809 - 849) war im frühen 9. Jahrhundert Abt des Benediktinerklosters auf der Bodenseeinsel Reichenau. Der Garten ist in der Art eines mittelalterlichen Klostergartens angelegt. Zwischen 830 und 840 schuf er das unter dem Namen "Hortulus" bekannte Lehrgedicht "Liber de cultura hortorum" über den Kräutergarten des Inselklosters. In 444 Versen werden 24 Heilkräuter, Küchen- und Zierpflanzen beschrieben. Diese Kräuter gibt es hier zu entdecken.
Mittelalter: Hildegard-von-Bingen-Garten
Die Benediktiner-Abtissin Hildegard von Bingen (1098 - 1179) verfasste im Mittelalter natur- und heilkundliche Schriften. Darin beschrieb sie ihr umfangreiches Wissen über Heilkräuter und -pflanzen, das sie aus den Kenntnissen der griechisch-lateinischen Tradition und der Volksmedizin gewann. Schon zu Lebzeiten wurde sie als Volksheilige verehrt.
Die Planung der Beete und der Bepflanzung ist nach den Heilwirkungen auf körperliche und seelische Krankheiten des Menschen ausgerichtet.
Frühe Neuzeit: Leonhart-Fuchs-Garten
Die vier Beete in den streng geometrischen Formen der Renaissance ordnen sich symmetrisch um einen zentral liegenden Brunnen an und zeigen eine Auswahl an Zier- und Giftpflanzen, Küchenkräutern und Gemüsen.
Der aus Wemding stammende Arzt und Botaniker Leonhart Fuchs (1501 - 1566), Professor für Medizin an der Universität Tübingen, veröffentlichte 1543 sein großartiges Pflanzenbuch "New Kreüterbuch". Es gibt in 511 prächtigen Holzschnitten den medizinisch-botanischen Wissensstand vom Beginn der Zeitrechnung an bis in das 16. Jahrhundert wieder. Das Werk steht noch in der Tradition antiker Vorbilder, beinhaltet jedoch auch schon einige Pflanzen aus der Neuen Welt.
Moderne: Sebastian-Kneipp-Garten
Sebastian Kneipp (1821 – 1897) entdeckte erneut den Naturschatz bewährter Heilpflanzen und führte die europäische Kräutertradition zu neuer Größe. In seiner ganzheitlichen Gesundheitslehre, der einzigen der Traditionellen Europäischen Medizin, sind Heilkräuter ein wesentliches Element. In seinem 1886 erschienenen Bestseller „Meine Wasserkur“ beschreibt er über 60 Heilkräuter zur Bereitung von Tees, Tinkturen, Pulvern und Ölen.
Im ländlich-bäuerlichen Kneipp-Garten werden diese Pflanzen der kneippschen Hausapotheke ergänzt um Arzneipflanzen, die in der modernen Pflanzenheilkunde eine wichtige Rolle spielen.
Moderne: Garten der Männergesundheit
Zentrales Element ist eine lebende Sonnenuhr, bei der der Mensch selbst der Zeiger ist und bei Sonnenschein die Tageszeit durch seinen eigenen Schatten anzeigt. Daneben bringt ein modernes Hochbeet den Besuchern zwölf Heilpflanzen der Männergesundheit näher.
Weitere Informationen zu den Heilkräutergärten finden Sie hier:
www.bad-woerishofen.de/entspannen/kurpark/heilkraeutergarten
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